Vienna Insurance Group im Jahr 2013

IR
10.04.2014
Ergebnisse
  • Prämien erreichen 9,2 Mrd. Euro
  • Prämien bereinigt um Sondereffekte steigen um 2,8 Prozent
  • Gewinn (vor Steuern) bei 355,1 Mio. Euro
  • Ergebnis bereinigt um Sondereffekte bei rd. 570 Mio. Euro
  • „Übrige Märkte“ erstmals über der 1 Mrd. Euro-Prämienmarke
  • Starke Kapitalausstattung: Solvenzquote deutlich über 200 Prozent
  • Vorstand schlägt Anhebung der Dividende auf 1,30 Euro je Aktie vor

Solide operative Performance in herausforderndem Geschäftsjahr

Im Geschäftsjahr 2013 erreichte der Konzern Vienna Insurance Group verrechnete, konsolidierte Prämien von 9,2 Mrd. Euro. Die gezielte Reduktion des kurzfristigen Einmalerlagsgeschäfts in Polen, die Zurücknahme des Kfz-Geschäfts in Italien sowie Währungseffekte (vor allem durch die Abwertung der Tschechischen Krone) führten zu einem Rückgang bei den Prämien von 4,4 Prozent. Ohne diese Effekte erzielte die Vienna Insurance Group ein solides operatives Prämienwachstum von 2,8 Prozent.

„Die Herausforderungen des Geschäftsjahrs 2013 spiegeln sich beispielhaft in den Konzernprämien wider. Aus Ertragsüberlegungen haben wir das Geschäftsvolumen in margenschwachen Sparten, beispielsweise in Rumänien und Polen, kontinuierlich reduziert. Demgegenüber hat die Vienna Insurance Group in den Übrigen Märkten die 1 Milliarde Euro-Prämienmarke überschritten. Mit strategischen Akquisitionen in den Kernmärkten Polen und Ungarn haben wir die Position der Vienna Insurance Group weiter gefestigt und den Vertrieb gestärkt“, kommentiert Peter Hagen, CEO der Vienna Insurance Group, die Entwicklung des Konzerns.
In der Schaden/Unfallversicherung verringerten sich die Prämien um 1,2 Prozent. Ohne die bereits erwähnten Sondereffekte ergibt sich ein Plus von 1,6 Prozent.

Eine erfreuliche Performance gelang der Vienna Insurance Group in den Nicht-Kfz-Sparten mit einem Plus von rd. 5 Prozent. Die höhere Nachfrage in diesem Bereich verdeutlicht das langfristige Potential für moderne Versicherungsprodukte in den CEE-Märkten. Die Konzerngesellschaften der Vienna Insurance Group nutzten dies durch verstärkte Vertriebsmaßnahmen, um damit die weitere Diversifizierung und Risikostreuung der Portfolios voranzutreiben.

In der Lebensversicherung erzielte die Vienna Insurance Group, bereinigt um die Rücknahme des kurzfristigen Einmalerlagsgeschäfts in Polen sowie Wechselkurseffekte, ein operatives Plus von 4,3 Prozent. Der ausgewiesene Rückgang bei den Prämien von 8,3 Prozent resultiert aus den angeführten Effekten. Weiterhin sehr positiv auf das Lebensversicherungsgeschäft wirkt die erfolgreiche Kooperation mit der Erste Group. Die Zukunftschancen in der Lebensversicherung wird der Konzern durch die jüngsten Akquisitionen in Ungarn und Polen noch stärker nützen.

Die Prämien in der Krankenversicherung wuchsen um 1,6 Prozent auf rd. 400 Mio. Euro.

Die herausfordernden Bedingungen insbesondere auf dem rumänischen Markt sowie die Entwicklung in Italien haben das Management des Konzerns dazu veranlasst, Firmenwertberichtigungen durchzuführen sowie zusätzliche Vorsorgen zu treffen, die im Berichtsjahr den operativen Gewinn massiv belasten. Dies führte zu einem Konzerngewinn (vor Steuern) von 355,1 Mio. Euro (-37,0 Prozent). Das Ergebnis des Konzerns – bereinigt um diese Sondereffekte – beläuft sich auf rd. 570 Mio. Euro.

Diese außerordentlichen Maßnahmen führten auch zur Erhöhung der Combined Ratio auf 100,6 Prozent.

Das Finanzergebnis des Konzerns blieb stabil bei rd. 1,2 Mrd. Euro. Die Kapitalanlagen der Vienna Insurance Group (einschließlich der liquiden Mittel) erreichten knapp 30 Mrd. Euro (Stichtag 31. Dezember 2013).

Aufgrund der hervorragenden Kapitalausstattung und einer Solvenzquote von nachhaltig über 200 Prozent sowie des soliden operativen Ergebnisses des Konzerns wird der Hauptversammlung der Vienna Insurance Group eine Anhebung der Dividende auf 1,30 Euro je Aktie (+10 Cent pro Aktie) vorgeschlagen werden.

Highlights von den Märkten der Vienna Insurance Group

Österreich –  unangefochtene Nummer 1 am österreichischen Markt

Die Konzerngesellschaften der Vienna Insurance Group in Österreich, Wiener Städtische Versicherung, Donau Versicherung und s Versicherung, erwirtschafteten Prämien von 4,1 Mrd. Euro und sind weiterhin deutlich die Nummer 1 auf dem Markt.

Der Wiener Städtische Versicherung gelang eine sehr erfreuliche Entwicklung in der Schaden/Unfallversicherung: In der Kfz-Kasko erreichte das Unternehmen eine Steigerung von über 6 Prozent. Insgesamt verzeichnete die Vienna Insurance Group im Segment Schaden/Unfall einen leichten Rückgang der Prämien von 1,3 Prozent – ausschließlich aufgrund der Zurücknahme des Kfz-Geschäfts der Donau in Italien. Ohne diesen Effekt beläuft sich das Plus in der Schaden/Unfallversicherung in Österreich auf rd. 3 Prozent.

In der Lebensversicherung erzielte die s Versicherung entgegen der Marktentwicklung ein Plus von 1,7 Prozent. Insgesamt ergab sich in dieser Sparte aber ein Rückgang der Prämien um 1,8 Prozent.

In der Krankenversicherung erzielten die österreichischen Konzerngesellschaften einen erfreulichen Anstieg um 2,8 Prozent.

Die Wiener Städtische Versicherung erreichte – trotz der hohen Belastungen durch Unwetter – eine hervorragende Combined Ratio von rd. 94 Prozent. Insgesamt erzielte die Vienna Insurance Group in Österreich einen Gewinn (vor Steuern) von 232,7 Mio. Euro, die Combined Ratio lag bei 101,4 Prozent. Dies ist im Wesentlichen auf die Geschäftsentwicklung sowie Vorsorgen im Kontext des Italiengeschäfts der Donau Versicherung zurückzuführen.

Tschechische Republik – Ergebnisplus trotz starker Unwetterschäden

Die tschechischen Konzerngesellschaften der Vienna Insurance Group haben ihre Position als Nummer 1 – in einem wettbewerbsintensiven Umfeld – mit einem Marktanteil von 33,1 Prozent um knapp einen Prozentpunkt weiter ausgebaut.

Im Jahr 2013 erwirtschafteten die drei Konzerngesellschaften in der Tschechischen Republik Prämien von 1,8 Mrd. Euro (-1,9 Prozent). Währungsbereinigt bedeutet dies ein Plus von 1,4 Prozent. Sehr erfreulich ist das Wachstum im Segment Leben von knapp 4 Prozent, das durch den erfolgreichen Vertrieb neuer Produkte erreicht wurde.

Die Combined Ratio erreichte trotz der Belastung durch Unwetterschäden den hervorragenden Wert von 91,5 Prozent. Der Gewinn (vor Steuern) stieg – ungeachtet der Abwertung der Tschechischen Krone – auf den Rekordwert von 197,8 Mio. Euro.

Slowakei – starkes Wachstum in der Lebensversicherung

Die Konzerngesellschaften der Vienna Insurance Group in der Slowakei haben ihre nachhaltige Marktführerschaft gesichert und zugleich den Abstand zum Mitbewerb um rund einen Prozentpunkt vergrößert. Damit erreichen sie einen Marktanteil von 34,5 Prozent.

Die Vienna Insurance Group konnte hier ihre Strategie, über dem Markt zu wachsen, erfolgreich umsetzen und die Prämien um 5,8 Prozent auf 744,7 Mio. Euro steigern, während der gesamte Versicherungsmarkt nur um 2,7 Prozent wuchs. Insbesondere in der Lebensversicherung stiegen die Prämien um 10,2 Prozent kräftig. Dabei erwies sich der Bankenvertrieb über die lokale Erste Group-Tochtergesellschaft mit einem eindrucksvollen Plus von 30,7 Prozent als besonders erfolgreich.

Die slowakischen VIG-Konzerngesellschaften erwirtschafteten einen Gewinn (vor Steuern) von 55,3 Mio. Euro. Die Combined Ratio war mit 93,6 Prozent erneut auf einem sehr guten Niveau.

Polen – Musterbeispiel für ertragsorientierte Strategie

Die Konzerngesellschaften der Vienna Insurance Group erzielten insgesamt Prämien von 1,1 Mrd. Euro und sind die starke Nummer 3 auf dem wettbewerbsintensiven polnischen Versicherungsmarkt. In den übrigen Sachsparten erwirtschafteten die Konzerngesellschaften der Vienna Insurance Group ein beeindruckendes Prämienplus von rd. 13 Prozent.

„Unser Engagement in Polen ist ein Musterbeispiel für die ertragsorientierte Strategie der Vienna Insurance Group in der CEE-Region. Angepasst an die wechselnden Marktphasen verfolgen unsere Konzerngesellschaften einen differenzierten Wachstumskurs, der Wachstumsschüben bzw. Ruhephasen der Märkte entsprechend Rechnung trägt. Damit gelingt es unserem Konzern, die vorhandenen Potentiale optimal zu heben“, erläutert Peter Hagen, CEO der VIG.

Der Gewinn (vor Steuern) stieg eindrucksvoll um 20,8 Prozent auf 50,2 Mio. Euro. Die Combined Ratio konnte erneut um 1,4 Prozentpunkte gesenkt werden und lag bei guten 96,2 Prozent. Dies untermauert die Profitabilität des Engagements der Vienna Insurance Group auf diesem Markt.

Rumänien – Vorsorge und Restrukturierung

Das Geschäftsjahr 2013 hat sich für die Vienna Insurance Group auf dem rumänischen Markt unerfreulich entwickelt. Der anhaltend irrationale Preiswettbewerb im Kfz-Geschäft, dem sich die Konzerngesellschaften weitgehend entzogen, hatte einen Rückgang der Prämien auf 361,8 Mio. Euro (-11,5 Prozent) zur Folge.

Aufgrund der schwierigen Lage auf dem rumänischen Versicherungsmarkt wurden tiefgreifende Restrukturierungen und Vorsorgen vorgenommen. Mit diesen Maßnahmen wurden Schritte gesetzt, die eine gute Basis für die zukünftige Entwicklung der Konzerngesellschaften bilden sollen. Zugleich führte dies zu einem negativen Ergebnis (vor Steuern) von 98,7 Mio. Euro. Dies hatte auch massiven Einfluss auf die Combined Ratio, die weit über der 100 Prozent-Marke lag.

Übrige Märkte – Steigerung von Prämien und Gewinn

In den „Übrigen Märkten“ hat die Vienna Insurance Group im Geschäftsjahr 2013 mit einem starken Plus von 8,8 Prozent erstmals mehr als 1 Mrd. Euro Prämien erwirtschaftet. Sowohl in der Lebensversicherung (+11,7 Prozent) als auch in der Schaden/Unfallversicherung  (+8,2 Prozent) stiegen die Prämien kräftig und erreichten insgesamt 1,1 Mrd. Euro. Wechselkursbereinigt beträgt das Wachstum bei den Prämien sogar 11,4 Prozent.

„Die sehr positive Entwicklung in diesem Segment ist Ergebnis unserer strategisch einzigartigen Position. Die Vienna Insurance Group ist der geographisch am breitesten aufgestellte Versicherungskonzern in der CEE-Region und nützt dies zum weiteren Ausbau der Marktführerschaft“, hebt Peter Hagen hervor.

Beispielhaft lässt sich die positive Entwicklung anhand einiger Märkte illustrieren: In Ungarn war der Prämienzuwachs mit 14,6 Prozent sehr erfreulich und insbesondere in der guten Entwicklung im Firmengeschäft begründet. In Serbien erzielte die Wiener Städtische Osiguranje ein hervorragendes Prämienplus von 17,9 Prozent und wuchs vor allem im Bereich Leben sehr stark. In der Türkei wurde die gute Geschäftsentwicklung mit einem Wachstum von 5,5 Prozent – wechselkursbereinigt sogar 15,5 Prozent – fortgesetzt. Der erfolgreiche Ausbau des Geschäfts setzte sich auch in Bulgarien fort, wo die Prämien um 3,9 Prozent anstiegen.

Als besonders dynamische Wachstumsregion erwiesen sich die Baltischen Staaten. Die Konzerngesellschaften wuchsen in der Lebensversicherung über dem Marktschnitt um ausgezeichnete 35,5 Prozent. Der Gewinn (vor Steuern) legte sogar um hervorragende 42,6 Prozent zu.

Insgesamt stieg der Gewinn (vor Steuern) in diesem Segment auf den Höchstwert von 40,3 Mio. Euro und die Combined Ratio lag bei 98,6 Prozent.

Group Embedded Value – weiter gesteigert

Der nach internationalen Richtlinien berechnete Embedded Value setzt sich aus dem Nettovermögen der Vienna Insurance Group sowie dem aktuellen Wert der zukünftigen Erträge aus dem bestehenden Versicherungsbestand der Lebens- und Krankenversicherung zusammen und wurde von B&W Deloitte GmbH, Köln, zertifiziert.

Die Nachhaltigkeit des Versicherungsgeschäfts der Vienna Insurance Group spiegelt sich darin wider, dass der Group Embedded Value (nach Steuern) zum Stichtag 31. Dezember 2013 um 11,0 Prozent auf 6,2 Mrd. Euro (angepasster Wert 2012: 5,5 Mrd. Euro) gesteigert wurde. Die Neugeschäftsmarge in CEE erreichte mit 6,0 Prozent wieder einen internationalen Spitzenwert.

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